Beide Mannschaften taten sich zu Beginn schwer, das Runde im Eckigen unterzubringen. Nach sage und schreibe neun gespielten Minuten standen gerade einmal vier Tore auf der Anzeigetafel – ein echtes Geduldsspiel für Spielerinnen und Zuschauer. Mit einem 3:1 hatten sich die Frauen des Lausitzer HC Cottbus zwar bereits leicht abgesetzt, von einem Torfestival war zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nichts zu sehen. Ein ums andere Mal biss man sich an der Törhüterin der Gäste zunächst die Zähne aus. Doch wer die LHC-Frauen kennt, weiß: Nur weil es vorne etwas klemmt, muss das noch lange nicht so bleiben.
Nach der anfänglichen Ladehemmung kam der Angriff zunehmend ins Rollen – und spätestens jetzt sollte Wünsdorf merken, dass der Nachmittag noch deutlich torreicher werden würde, als es die ersten Minuten vermuten ließen.
Ganz ohne Gegenwehr wollte Wünsdorf die Punkte allerdings nicht herschenken. Die Gäste hielten physisch voll dagegen, wodurch sich von Beginn an eine sehr körperbetonte und intensive Partie entwickelte. Es wurde um jeden Zentimeter gekämpft, was zu zahlreichen Unterbrechungen und den ersten Zeitstrafen auf beiden Seiten führte. Doch Cottbus hatte zunehmend die besseren Antworten auf die Härte des Gegners. Vor allem Vanessa und Caro bekamen offenbar nicht genug vom Torewerfen und schenkten den Gästen Treffer um Treffer ein.
Kurz vor der Pause wurde es dann noch einmal deutlich: Aus einem harten und umkämpften Spiel machte Cottbus eine 16:10-Halbzeitführung. Sechs Tore Vorsprung – eine Ansage, aber noch lange kein Grund, sich zurückzulehnen.
Nach dem Seitenwechsel war dann Schluss mit lustig! Die LHC-Frauen kamen aus der Kabine und machten dort weiter, wo sie aufgehört hatten. Auch im zweiten Durchgang schenkten sich beide Teams nichts: Die Schiedsrichter hatten in diesem physischen Schlagabtausch alle Hände voll zu tun, und der Spielfluss wurde immer wieder durch Zeitstrafen und Siebenmeterentscheidungen unterbrochen.
Doch die Gastgeberinnen ließen sich von der packenden Härte und den ständigen Unterbrechungen keineswegs aus dem Takt bringen. Statt sich ausbremsen zu lassen, legten sie nach. Nadine zeigte sich vom Siebenmeterpunkt extrem nervenstark und verwandelte gleich mehrere Strafewürfe gewohnt sicher! Dazu traf sie auch aus dem Spiel heraus.
Auch beide Torhüter hatten einen bockstarken Tag! Anne hielt den Kasten in der ersten Halbzeit mit einigen starken Paraden weitesgehend sauber und Michelle guckte die Bälle dann in der zweiten Halbzeit regelrecht weg. Spätestens beim 30:16 war die Richtung endgültig klar. Wünsdorf fand kaum noch Mittel gegen die Cottbuser Damen und wirkte vielleicht auch wegen der knapp besetzten Bank nach den vielen kraftraubenden Zweikämpfen zusehends angeschlagen. Der LHC hatte dagegen offensichtlich noch lange nicht genug. In den letzten Minuten wurde weiter nachgelegt. Caro machte allein in den letzten 10 Minuten 4 Tore durch Tempo Gegenstoß!
Alles in allem - 37 Tore, 18 Treffer Unterschied und zwei Punkte auf dem Konto! Viel deutlicher kann man einen Handballnachmittag kaum gestalten. Das macht so richtig Bock auf mehr!